tantra

Was ist Tantra ?

[ Tan - tra ]

«Fügt man der Wurzel „tan“ (ausbreiten, erweitern) das Suffix „tra“ (welches das Instrumentelle ausdrückt) hinzu, dann erhält man „tantra“, im wörtlichen Sinn also das Instrument zur Erweiterung des Bewusstseins, um Zugang zum Überbewussten zu erlangen, das die Grundlage des Seins und Zentrum unbekannter Kräfte ist, die das Tantra erwecken und einsetzen will.»
André van Lysebeth

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Bitte beachten Sie auch folgenden Link zum Thema Tantra:

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Tantra im Westen

Tantra hat in unserer westlichen Kultur eine verwirrende Vielfalt von Bedeutungen bekommen. Je nachdem, wer den Begriff gebraucht und wer zuhört, werden die unterschiedlichsten Assoziationen geweckt.
Für uns und im Sinne unserer Arbeit ist Tantra die Verbindung von Spiritualität und Sinnlichkeit bzw. Sexualität. Tantra ist eine Lebensphilosophie, die sehr viel Respekt für alles Lebendige beinhaltet; dabei wird unter anderem auch die sexuelle Natur des Menschen respektiert. Der Körper ist der Tempel unserer Seele, und die sexuelle Energie ist die stärkste und ursprünglichste Quelle für Lebensfreude und Kraft, die wir haben. Wir befassen uns mit der sexuellen Energie als einem von vielen Aspekten des Menschseins. Unserer Arbeit liegt das Verständnis der Einheit von Körper, Gefühlen, Geist und Seele zugrunde.

Das Abspalten der sinnlichen Lust als etwas, das irgendwie peinlich, schmutzig und schlecht ist, soll überwunden werden. Männer und Frauen werden hier in einem sehr liebevollen Rahmen auf eine sinnliche Reise durch ihren Körper geschickt und bekommen einen neuen Zugang zu ihrer Lebenslust und Selbstliebe.

Im Rahmen einer Tantramassage wird diese sinnliche Energie geweckt, gebündelt und im ganzen Körper verteilt.

Im Folgenden kann man einiges über die Definition und Geschichte des Begriffes „Tantra“ erfahren; ich verwende hierzu die gekürzte Version eines Beitrags, den Edi Goetschel (Herausgeber von YABYUM ) für das Magazin connection special „Tantra 1996″ geschrieben hat:

Tantra: sprachliche und geschichtliche Herleitung

Der Begriff „Tantra“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie „Weben“ und „Ausdehnen“. Interpretationen, was miteinander verwoben wird und was sich wie wohin ausdehnt, gibt es für jeden Bedarf.

Eine interessante sprachliche Herleitung stammt von dem Yogalehrer André van Lysebeth:

«Fügt man der Wurzel „tan“ (ausbreiten, erweitern) das Suffix „tra“ (welches das Instrumentelle ausdrückt) hinzu, dann erhält man „tantra“, im wörtlichen Sinn also das Instrument zur Erweiterung des Bewusstseins, um Zugang zum Überbewussten zu erlangen, das die Grundlage des Seins und Zentrum unbekannter Kräfte ist, die das Tantra erwecken und einsetzen will.» (aus „Tantra für Menschen von heute“, 1990)

Verwendet wird das Wort „Tantra“ erst seit dem 5./6. Jahrhundert:
Es bezeichnet Schriften mit religiösen Unterweisungen, magischen Ritualen, Zauberformeln und alchemistischen Rezepten.

Die Ursprünge des „Tantra“ liegen jedoch wesentlich früher, nach Auffassung der Forschung um 7000 v. Chr., in der Zeit des Matriarchats und der Entdeckung des Ackerbaus bzw. in Ritualen, die im Rahmen von Ackerbau-Magie praktiziert wurden.

Es waren Frauen, die damals den Ackerbau entdeckten und begannen, so Nahrung zu produzieren. Ihr Erfolg dabei ist mit ihrer Fähigkeit zu gebären in Zusammenhang gebracht worden. Wobei die Vorstellung bestanden hat, dass die Frau wie die Erde geheimnisvoll aus sich selbst heraus fruchtbar ist. Dadurch standen beide in einer magischen Verbindung miteinander, die es den Frauen ermöglichte, mit magischen Praktiken auf die Fruchtbarkeit der Erde Einfluss zu nehmen.

Die Soziologin Maria Mies, die mehrere Jahre in Indien gelebt hat, hält in ihrem überaus lesenswerten Aufsatz „Tantra – Magie oder Spiritualität?“ fest:

Die Vorstellung, «dass die pflanzenproduzierende Aktivität der Erde abhängt von der Potenz des weiblichen Körpers, Menschen hervorzubringen, und dass umgekehrt die Fruchtbarkeit des weiblichen Körpers abhängt von der Fruchtbarkeit der Erde, stellt auch den ältesten und innersten Kern des Tantrismus dar».

Ein Beleg für die wichtige Rolle der Frau im Tantrismus ist beispielsweise das tantrische Bild der Kundalini-Schlange, die geweckt und dem Rückgrat entlang durch die sieben Chakren zum Scheitel hochgeleitet wird:
Kundalini ist eine weibliche Kraft, die sieben Chakren sieben Sitze der Weiblichkeit, symbolisch dargestellt durch Lotusblüten – die Lotusblüte (padma) repräsentiert im Tantrismus das weiblichen Geschlecht. Das beliebte Mantra „Om mani padme hum“ heisst eigentlich nichts anderes als: „Om, das Juwel im weiblichen Geschlechtsorgan, Amen.“
Bemerkenswert ist, dass der indische Philosoph Debiprasad Chattopadhyaya die Magie und in deren Gefolge Tantra als das Gegenteil von Religion versteht, denn ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden ist, mit den Worten von Maria Mies,

«der zwischen einer aktiven, tätigen Grundhaltung, die mit der Natur als lebendigem Wesen in Interaktion tritt, und einer passiven, kontemplativen, die alles von einem ‘höheren Wesen’ erwartet».

Die spirituellen und mystischen Elemente seien dem Tantrismus aufgepropft worden, und zwar durch das Patriarchat, wie Maria Mies ergänzt, genauso wie die Askese. Wogegen, wie Maria Mies schreibt, die magische Praktiken und Rituale, die von Frauen durchgeführt werden, oft eindeutig sexuellen Charakter haben. Dieser wiederum war in Indien lange Zeit von der sexuellen Initiative und autonomen Sexualität der Frauen bestimmt.

Auch die Psychotherapeutin Carola Meier-Seethaler bemerkt, im Zuge der Patriarchalisierung hätten «die asketischen Yogaschulen die Rituale immer stärker desexualisiert und schließlich in ihr Gegenteil verkehrt: anstelle der rückhaltlosen Hingabe an das Leben setzten sie streng geregelte Koitusübungen (bei denen eine Ejakulation unbedingt vermieden wird), welche die vollkommene Beherrschung des männlichen Körpers zum Zweck hatten und schließlich das Abklingen der sexuellen Erregung«.

Debiprasad Chattopadhyaya bewertet diese strengen Körperübungen als ein Verleugnen der männlichen Sexualität, andere Erfahrungsberichte zeugen jedoch von einer erweiterten sexuell-spirituellen Erlebnisfähigkeit und von einer Art Selbstbefreiung des Mannes aus seiner vitalen Abhängigkeit.

Literatur:
Edi Goetschel: „Tantra: am Anfang war der Sex…“ in: „connection special – Tantra ‘96″ Niedertaufkirchen 1995.

André van Lysebeth: „Tantra für Menschen von heute“ Mosaik Verlag, München 1990.

Carola Meier-Seethaler: „Ursprünge und Befreiung. Eine dissidente Kulturtheorie“ Arche Verlag 1988 (unter dem Titel «Ursprünge und Befreiung. Die sexistischen Wurzeln der Kultur« auch als dtv-Taschenbuch erschienen).

Maria Mies: „Tantra -Religion oder Spiritualität?“ in: „Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis“ Nr. 12, Eigenverlag des Vereins Sozialwissenschaftliche Forschung und Praxis für Frauen, Köln 1984.

Massage

Sich von einem anderen Menschen berühren zu lassen gehört zu den fundamentalsten emotionalen Bedürfnissen eines Menschen. Wie essentiell die körperliche (und seelische) Zuwendung ist, kann man bei kleinen Kindern besonders gut erkennen, Berührung vermittelt Liebe, Sicherheit und Geborgenheit. Einem erwachsenem Menschen sind in unserer Zeit viele Möglichkeiten gegeben, um dieses Bedürfnis nach „Streicheleinheiten“ zu kompensieren, keine davon stillt den inneren Hunger wirklich. Die tief verwurzelte Sehnsucht nach einem liebevollen Partner kann so groß werden, dass
man kaum mehr in der Lage ist entspannte Kontakte zu knüpfen.
Auch auf der körperlichen Ebene gilt: Will der Mensch nicht krank werden, so müssen Phasen der Anspannung Phasen der Entspannung folgen. Dauerhaft verspanntes Gewebe kann verschiedene gesundheitliche Beschwerden zur Folge haben: Eine erhöhte Gewebsspannung vermindert die eigene Durchblutung und kann auf Nervenbahnen drücken; mögliche Folgen sind schmerzhafter Muskel- oder Weichteilrheumatismus oder neurologische Ausfälle.

Kompetent ausgeführte Massagen wirken auf verschiedenen Ebenen:
Sie unterbrechen eine muskuläre Dauerspannung und entlasten die schädlichen Züge, welche auf den Bewegungsapparat wirken, sie verbessern die Gewebsdurchblutung (Muskel- , Binde- und Hautgewebe), sie verbessern die Durchblutung innerer Organe (durch reflektorische Massagemethoden wie z.B.: Bindegewebsmassage, Fußreflexzonenmassage), und last not least steigern sie das seelische Wohlbefinden.

Tantramassage

In einer Tantramassage geht es 1,5 – 2 Stunden lang nur um das Wohlgefühl des Empfängers. Mit verschiedenen Massagetechniken wird der ganze Körper berührt, gestreichelt, massiert, der Energiefluss wird angeregt, die Sinne öffnen sich, der Körper wird sensibilisiert, tief entspannt und trotzdem sehr wach. Neben fundierten Techniken und einer durchdachten Struktur hat jede Massierende Raum für ihre eigene Kreativität, mal streicht sie mit ihren Haaren über die Haut, mal mit einer Feder, einem weichen Fell oder einem Seidentuch.
Es entspricht unserer tantrischen Idee, daß dabei der ganze Mensch berührt wird einschließlich dem besonders sensiblen Intimbereich. Empfindungen von Sinnlichkeit und Lust haben hier ihren Platz, schließlich sind sie eine wichtige Quelle für unsere Lebensfreude.

Worte und Bilder können nur einen kleinen Teil dessen wiedergeben, was eine Tantramassage ausmacht.

Man muß sie einfach erleben.

ANANDA: Massage und Tantra in Köln

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